Nach der Wiedervereinigung Deutschlands und der damit verbundenen Festschreibung
der deutschen Ostgrenzen durch die derzeitigen führenden Politiker in Ost und
West sind die Aufgaben der Vertriebenenverbände nicht beendet worden. Sie haben
vielmehr eine neue Sinngebung erhalten, die darin gipfelt, bei der Neugestaltung
der Beziehungen zu den Völkern Osteuropas aktiv mitzuwirken und eine wichtige
Brückenfunktion zu übernehmen.
Hierzu gehört auch, die deutsche Kultur im Osten unseres Kontinents wieder zu
beleben und die dort vorhandenen Kulturgüter ins Bewußtsein der Völker zu
bringen; eine Aufgabe, deren sich die Organisationen der Vertriebenen in der
Bundesrepublik Deutschland gemeinsam mit der jetzt in den Ostgebieten lebenden
Bevölkerung intensiv und mit Engagement annehmen
Diese Arbeit dient der besseren Verständigung zwischen den Menschen hüben und
drüben und der Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls der Völker in einer
endgültigen europäischen Ordnung ohne Diskriminierung und Bevormundung, ohne Haß,
Neid und Rachegefühle. Nur so können die Bewohner unseres Kontinents in freier
Entfaltung das vor uns liegende dritte Jahrtausend positiv gestalten.
Die Arbeitsgemeinschaft der Memellandkreise wird dieses hoch gesteckte und auf
die Zukunft gerichtete Ziel mit ihren bescheidenen Mitteln beständig und
beharrlich verfolgen
Diese Resolution wurde vom Vertretertag der AdM auf seiner Sitzung am 18.9.1993 in Mannheim einstimmig verabschiedet
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