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Kreisgemeinschaft Memel Stadt

Memel, die nördlichste Stadt Ostpreußens, wurde 1252 von livländischen Schwertbrüder unter dem Deutschmeister Eberhard von Seyne gegründet.
Die gleichnamige und in demselben Jahre erbaute Burg sperrte den Eingang zum Kurischen Haff und überwachte die Küstenstraße von Preußen nach Livland.
Als Grenzstadt erlitt Memel immer wieder Zerstörungen in Kriegen und bei Bränden.
Der Handel, der durch Königsberg behindert wurde, blühte erst im 18. Jahrhundert durch den Holzhandel mit England auf.
1807/8 fanden der preußische Hof mit der Königsfamilie und die Ministerien hier Zuflucht vor Napoleon.
Memels deutscher Charakter blieb auch während der litauischen Herrschaft (1923 bis 1939) erhalten.
1937 hatte die Stadt 39.056 Einwohner.

Die Geschichte der Stadt von Dr.Gerhard Willoweit in tabelarischer Form finden Sie hier .
Für interesierte Leser ist auch der Artikel des 'Memeler Wochenblatt'

zur 600 Jahres-
Feier der Stadt Memel im Jahre 1852 von interesse.

Memel um 1848


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Jahr Einwohnerzahlen Bemerkung
1252   Gründung der Memelburg; Erster Litauerangriff.
1253   Der Bischof von Kurland und der Deutsche Orden bestimmen die Grenzen des Memeler Stadtgebietes.
Ende des Jahres ist die Burg fertig und die Stadt in ihren Anfängen vorhanden.
1254   Memel bewirbt sich um den Namen Neu-Dortmund.
1255   Erfolglose Belagerung der Burg durch die Samen.
Der Deutsche Orden errichtet die Burg Königsberg .
1257   Memel wird Lübschisches Recht verliehen
1258   St. Nikolai (die Landkirche) wird zur Mutterkirche, St. Johannas zur Pfarrkirche erhoben.
1262   Kampf der Memelburg gegen die Krottinger Lehnsleute
1323   Gedmin erobert die Stadt Memel, kann aber die Burg nicht überwinden.
1328   wurden Burg und Gebiet Memel durch Übereinkunft von Kurland abgetrennt und der Ordensprovinz Preußen zugeteilt
1379   Stadt und Burg werden durch litauische Stämme zerstört.
1389   Szameiten überfallen 800 beim Wiederaufbau der Stadt beschäftigte Arbeiter.
1409   Die Stadt wird durch Litauer abgebrannt
1456   Danziger plündern die Stadt.
1457   Danziger verschütten die Dangemündung und plündern im Memeler Hafen.
1459   Polen, Litauer und Szameiten erobern Memel,während die Danziger die Küste blockieren.
1464   Vereinigte Königsberger, Danziger und Elbinger plündern die Stadt von der Seeseite her.
1475   Das Lübische Recht wird in Kölmisches Recht ersetzt.
1520   Drei Danziger Kriegsschiffe legen Feuer an die Stadt, die zur hälfte abbrennt.
Sie versenken eine Ladung Steine in der Dangemündung, die bis 1814 die Schiffahrt behindert.
1525   Die Reformation zieht in Memel ein.
1529   Memel erhält den ersten Amtshauptmann des Herzogtums Preußen.
1532   Die Stadt erhält von Herzog Albrecht einen neuen Wall geschenkt.
1540   Memel brennt bis auf sechs Häuser nieder.
1565   Die Königsberger klagen auf dem Landtag zum wiederholten Male gegen die Memeler Kaufleute.
1569   Memeler Handelsschiffe werden gebaut.
1580   Die Königsberger erwirken eine Verfügung gegen den Memeler Handel und Schiffsbau
1583 . Memel kann freie Schiffahrt und Reederei zurückgewinnen.
1597 . Memeler Kaufleute erhalten das Zunftrecht.Die Stadt erhält das Jahrmarktpriveleg.
1605 . Simon Dach wird geboren.
1626 . Memel wird Garnison des preußischen Herzogs,der als polnischer Lehnsmann gegen die Schweden kämpfen muß.
1627 . Memel wird zur Festung ausgebaut.
1629 . Stadt und Zitadelle werden auf sechs Jahre den Schweden überantwortet.
1657 . Memel erhält das Privileg des freien und unbeschränkten Handels durch den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm
1672 . Oberst Christian Ludwig von Kalkstein versagt dem Kurfürsten die Erbhuldigung und wird darauf hin in Memel hingerichtet.
1677   Memels erste Apotheke wird privilegiert und zwar die Altstädtische Apotheke, später die grüne Apotheke (noch heute existent)
1678   Die Schweden greifen Memel an. Die stadt brennt ab, die Zitadelle kann sich behaupten.
1696   Die Schwarze Adler- Apotheke erhält ihr Privileg.
1725   Memel erhält unter Friedrich Wilhelm I. die erste Fabrik, eine Leder- und Juchtenfabrik. Memels Befestigungen werden erneut ausgebaut.
1757   Im "Siebenjährigen Krieg" wird dir Festung Memel nach mutiger Gegenwehr von den Russen erobert.
1759   Memel erhält unter den Russen die erste Sägemühle. Stadt-und Nehrungswald werden fast gänzlich abgeholzt.
1762   Memel wird wieder preußisch
1785   Die Chronik erzählt von einem Theater-oder Komödienhaus
1789   Der Hafen liegt voller Schiffe, die größtenteils Hanf und Holz für England und Holland laden.
1802 . Fand die erste Zusammenkunft des neuen preußischen Königs Friedrich Wilhelm III.und seiner Gemahlin Luise mit dem russischen Zaren Alexander in Memel statt.
Der König traff dort auf dem Zaren wo später der Ausflugort "Königswäldchen" angelegt wurde.
Die Luisenstraße, die Alexanderstraße und die Friedrich-Wilhelm-Straße erinnern an die Zusammenkunft.
1807 . Die Napoleonischen Kriege zogen ganz Ostpreußen in Mitleidenschaft, Memel aber blieb verschont.
Memel war für ein Jahr preußische Residenzstadt.
1808 . Verlegung der Residenz von Memel zurück nach Königsberg.
1809 . Schenkt der preußische König der Stadt das versandete Gebiet nördlich der Stadt, die dieses Gebiet aufforstete.Es entstand daraus bis hinter"Försterei" die Plantage.
1812 . Memel wird von Franzosen besetzt.
Die Memeler schließen sich als erste Preußen den Russen an, die kampflos in die Stadt einrücken.
1813 . Memel organisiert die freiwillige Landwehr
1816 . Memel wird vom Regierungsbezirk Gumbinnen losgelöst und Königsberg zugeteilt.
Zum Stadtgebiet gehörte:Altstadt,Friedrichstadt,Neustadt sowie das Kämmereidorf Sandwehr.
1819 . Wurde ein festes Theater auf dem Exerzierplatz (neuer Markt)erbaut und Sylvester 1820 eingeweiht.
1820 . Ausbau des neuen Martes-Erbauung der 2.Brücke über die Dange (Karlsbrücke)
Einweihung des städtischen Friedhofes an der verlängerten Alexanderstraße
Abriss der Verkaufsbuden auf der Friedrich-Wilhelm-Straße
1834 . Bau der Nordermole
1849 . Das "Memeler Dampfboot" wird gegründet.
1852 11.422 einschl.808 Einwohner der Sandwehr und 211 Soldaten
1854 . Im Oktober bricht ein Brand aus , der über die Hälfte der Stadt vernichtet.
1855 17.090 Ausbau des Winterhafens.
1856 . ab 1.1.1856 gehört Amtsvitte zur Gemeinde Memel
Hier einige der geänderten Straßennamen der Amtsvitte:
Vittsche Bäckerstraße in Rosenstraße ; Vittsche Schulstraße in Kettenstraße
Hohe Vittstraße in Breite Straße ; Luisenstraße in Katholische Predigerstraße
Judenstraße in Ferdinandstraße
1857 . mit 17.000 Einwohnern gehörte die Stadt zu den großen Städten. Die Ratsherren durften den Titel Stadtrrat führen.
Memel bestand nun aus acht Bezirken:
Friedrichstadt , Altstadt , Kirchen -, Linden-, Rathaus, Haff-, Sandwehr- und neuer Bezirk.
Das 1854 abgebrannte Theater wird neu aufgebaut.
1858 17.025 .
1860 . Bau der Markthalle
1861 17.590 darunter 100 Soldaten - Bau der Gasanstalt.
1863 . in diesem Jahr kam Baltikallen zur Stadt
An Stelle der alten hölzeren katholischen Kirche wird eien neue kath.Kirche gebaut
1864 17.705 .
1866 . Neue Befestigungsanlagen entstehen:das Plantagenfort, das Nehrungsfort und die Zitadelle.
1867 19.718 .
1871 19.008 .
1872 . Bau der Eisenbahn und neuer Straßen zum Bahnhof
1873 . Fertigstellung des 1765 geplanten "König-Wilhelm-Kanal"
1875 19.801 .
1880 19.660 .
1885 19.753 .
1890 19.281 .
1895 19.204 .
1900 20.166 1900 und 1901 wurde Sandkrug und die nördlich und südlich davon liegenden Parzellen eingemeindet .
Die Eingemeindung der Randgemeinden : Schmelz , Bommelsvitte , Janischken und Rumpischken
erfolgte erst nach dem 1.Weltkrieg .
1907 . Einweihung des Borussia-Denkmal durch Wilhelm II.
1915 . Russeneinfall in die Stadt Memel
1919 . Der Versailler-Vertrag bestimmt in Artikel 99 die Abtrennung des Mememllandes von Deutschland
1920 . Der Deutsche Reichskommissar, Graf Lamsdorf, übergibt das Memelgebiet dem französischen Kommandeur Ordry.
1923 . Litauer fallen ins Memelgebiet ein und zwingen die französische Besatzun zur Kapitulation.
Eine Kommision der Botschafterkonferenz betont den deutschen Charakter Memels.
1924 . Die Memelkonvention wird unterzeichnet.
1925 . Bei den Landtagswahlen werden 27 deutsche und 2 litauische Abgeordnete gewählt.
1926 . Die Litauer verhängen das Kriegsrecht über ganz Litauen und somit auch über das Memelland.
1930 . Trotz starker Zuwanderung von Litauern, besonders in die Stadt Memel, erhalten die Litauer nur 5 von 29 Sitzen im memelländischen Landtag.
Dies ändert sich auch bei allen weiteren Wahlen nicht.
1933 . Die christlich-soziale Arbeitsgemeinschaft und die Sozialistische Volksgemeinschaft werden gegründet.
1934 . Verbot der Parteien durch die Litauer.
Vor dem Kriegsgericht in Kowno wird der Neumann-Saß-Proßeß durchgeführt.
1935 . Die Landtagswahlen ergaben für Litauen nur 5 Sitze. - Das Direktorium Baldschus wird eingestzt.
1938 . Der Kriegszustand wird am 01.November aufgehoben.
Die Litauer verlieren einen Sitz bei den Landtagswahlen.
Die deutsche Einheitsliste unter Dr.Neumann erhält wiederum 25 Sitze.
1939 . Das Direktorium Bertuleit wird eingesetzt
Mit Wirkung vom 22.März gibt Litauen das Memelgebiet an das Deutsch Reich zurück.
1941 . Das Memelgebiet wird Aufmarschgebiet gegen Rußlannd.
Erster russische Luftangriff auf die Stadt Memel.
1944 . Memel wird von der Zivilbevölkerung vollständig geräumt.
1945 . Die deutsche Besatzung räumt den Memel-Brückenkopf und überläßt die mehr als zur Hälfte zerstörte Stadt den Sowjets.
1948 . Am 07.April wird die Stadt, wie das gesamte Memelgebiet, in die Sowjetrepublik Litauen eingegliedert und heißt jetzt Klaipeda
1989 .
Die vertriebenen Memelländer ermöglichen die Neuherstellung der Bronzestatue des
"Ännchen von Tharau."

Die sowjetische Stadtverwaltung von Klaipeda/Memel restauriert den Platz vor dem Stadttheater und erbaut den "Simon-Dach-Brunnen", der mit der Bronzestatue des "Ännchens" im November 1989 feierlich enthüllt wird.
1991 . Das kommunistische System bricht zusammen.
Litauen erhält seine Unabhängigkeit.
1993 . Durch das litauische Minderheitsgesetz genießen auch die sich jetzt als deutschstämmig Bekennenden Freiheiten.
Zwei deutsche Vereine werden gegründet.
der "Verein der Deutschen in Klaipeda" in Memel und
die "Gemeinschaft Heide" in Hyedekrug/Silute.
Die Zahl der Deutschen bzw.Deutschstämmigen auf dem gesamten Gebiet des Memellandes wird auf 6000 bis 7000 Personen geschätzt.
1999 . Die Zeitung der Memelländer, das"Memeler Dampfboot", feiert sein 150- jähriges Bestehen im ehemaligen Dampfboothaus in der Stadt Memel/Klaipeda.
2002 . In Klaipeda wird das Burgmuseum feierlich eröffnet.
Memelländer aus nah und fern und die Litauer feiern gemeinsam das 750 Jährige bestehen der Stadt Memel/Klaipeda.
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