Mir sind zwei Deutungen bekannt. In manchen Erklärungen heißt es, "Vitte" bedeutet Wohnplatz der Witinger (ein Volksstamm der Ostgoten), die noch in einigen Unterlagen als sogenannte "Fidtner" aufgeführt sein sollen. Dieses mag für bestimmte Fälle stimmen, für unseren Fall halte ich folgende Erklärung für wahrscheinlicher: Im frühen Mittelalter war der Hering der meist gefangene Fisch in der Ostsee. Die Fischer richteten sich, wie sie es auch heute noch tun, auf die jährlichen Heringszüge ein, indem sie den Schwärmen nachzogen. An geschützten aber gut zugänglichen Buchten der Ostsee brachten diese Fischer oft die Nächte zu. Den Fischern folgten auf ihren Fangzügen Händler. Nicht nur Fischaufkäufer, sondern auch Leute, die selbst etwas verkaufen wollten: Garn, Werkzeug, Seile, Nägel, Holz, aber auch Leinen, Tuche, Bier und scharfe Getränke. Auch stellte sich fahrendes Volk ein, Gaukler, Marketenderinnen und Priester. So entstanden überall am Ufer der Ostsee auf diese Art Siedlungsplätze mit Buden, Stapelplätzen, Läden mit Ausschank, Netzböden und Salzlager. Im Namen mancher Orte oder Stadtteile entlang des östlichen Ufers der Ostsee ist die Bezeichnung für einen solchen nur während der Fangsaison bewohnten Siedlungsplatz erhalten geblieben: Man nannte ihn damals Vitte. So unterhielten z. B. Rostocker Fischer eine solche Vitte einst im Schutze des Strehlasundes. Daraus entstand übrigens die heutige Stadt Stralsund. An der Nordküste von Rügen gibt es heute noch einen kleinen Ort namens Vitte. Und schließlich gab es eine Vitte auch im Schutz der Mündung des Kurischen Haffes. Im 14. Jh. wurde hier, wo inzwischen die Stadt Memel unter dem Deutschen Orden entstanden war, das Gebiet nördlich des Dangeflusses als Vitte bezeichnet. Dieses Gebiet zerfiel in jener Zeit in die Kleine Vitte, die Große Vitte und die Bommelsche Vitte. Die Kleine war die sogenannte Schloßfreiheit auf dem nördlichen Dangeufer gelegen, die Große Vitte war ein dahinter bis zur Swiane (ein Abflußbach) reichendes Bauerndorf. Die Bommelsche Vitte, woraus später die Bezeichnung Bommelsvitte entstand, war eine zum Gut Bommels (heute Groß Tauerlauken) gehörende Siedlung. Im heutigen litauischen Klaipeda/Memel heißt der nördlich des Dangeflusses gelegene Stadtteil wiederum Vite.
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Der Fischerehafen von Bommelsvitte befand sich am Walgum. Will man heute nach der Stelle suchen,so muß man nach der noch vorhandenen Bommelsvittener "Eisernen Baake" schauen. In der Höhe befand sich am Haffufer der Fischereihafen am Walgum. |