Auszeichnung für den 1.Vorsitzenden der AdM.



MORGEN

Mittwoch, 17. November 2004 / Nr. 267
 

MANNHEIM

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Partnerschaft auf Augenhöhe
Der Heddesheimer Uwe Jurgsties erhält für sein Engagement die Bundesverdienstmedaille

Viel Zeit verbringen kann Margit Jurgsties nicht mit ihrem Mann. Rund 40 Wochenenden im Jahr ist Uwe Jurgsties für sein ehrenamtliches Engagement unterwegs jetzt bekam er dafür die Bundesverdienstmedaille verliehen.
Hauptberuflich ist er gefordert als Betriebsleiter der Spedition Dischinger in Käfertal, wie eine Vollzeitbeschäftigung klingt auch sein Engagement: seit 15 Jahren Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Memellandkreise, im Bundesvorstand mehrerer weiterer Vereine, die sich um die Belange der Heimatvertriebenen kümmern, und nicht zuletzt unterstützt seine Stimme auch die Sängervereinigung in Heddesheim. Letztere ließ es sich freilich nicht nehmen, die Feierstunde ihres Sängers musikalisch zu gestalten. "In vorbildlicher Weise hat er sich über Jahrzehnte für seine Landsleute und die ganze Gesellschaft eingesetzt", so Oberbürgermeister Gerhard Widder in seiner Laudatio, ehe er im Auftrag des Bundespräsidenten Horst Köhler Uwe Jurgsties im Hotel Steigenberger die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verlieh.

Am Revers glänzten bereits goldene Ehrennadeln, die der 55-Jährige von seinem eigenen Verband, den Memelländern, erhalten hatte. Kein Wunder: Bereits als Kind war der in Niedersachsen geborene Uwe mit seinen Eltern in der Wahlheimat Mannheim beim Aufbau der Memellandgruppe aktiv. Seine Familie war aus Ostpreußen vertrieben worden, und Uwe Jurgsties wuchs früh hinein ins Ehrenamt. "Mit zwölf Jahren war er Chorsänger in der memelländischen Jugendgruppe, mit 16 Beisitzer und in den 70er Jahren schon im Vorstand auf regionaler Ebene", zeichnete Widder den Lebensweg nach. "Das Engagement von Uwe Jurgsties hat Maßstäbe gesetzt", so Widder. Nicht zuletzt habe der sympathische Heddesheimer geholfen, aus der langjährigen Patenschaft der Quadratestadt mit dem ehemaligen Memelland-Litauen eine Partnerschaft zu formen, der feste Kontakt zu Klaipeda erwuchs daraus.

"Jetzt können sich die Städte endlich auf Augenhöhe begegnen", lobte auch Stadträtin Regina Trösch seine Verdienste. Regelmäßige Hilfslieferungen nach Litauen sowie zahlreiche Reisen zur Kontaktpflege gehen auf Jurgsties Konto. Dabei zeichne sich seine Arbeit vor allem dadurch aus, "dass er dort nicht nur jene mit deutschen Wurzeln unterstützt, sondern dass es ihm um die Menschen geht. Das haben die Verantwortlichen der Stadt gemerkt und nur dadurch ist das Vertrauen so groß", meinte Widder. Dass das Engagement mit dieser Ehrung nicht aufhört, ist für Uwe Jurgsties selbstverständlich. "Das heißt für mich, sich nicht auszuruhen, sondern eine Verpflichtung, weiter zu machen." Donnernder Applaus im Restaurant Avalon und strahlende Gesichter, besonders der Töchter Insa und Sandra. Tränen in den Augen von Margit Jurgsties, der eine große Ecke der Verdienstmedaille zu verdanken ist. cos

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