Sterbende Wälder und verschüttete Dörfer waren die Ergebnisse des Vorrückens der Wanderdünen auf der Kurischen Nehrung. Waldbrände, Sturmfluten, vor allem aber starke Entwaldung, besonders während des Siebenjährigen Kriegs, gaben den Anstoß zum Wandern. Der Kampf gegen die Wanderdünen wurde systematisch erst im 19. Jahrhundert aufgenommen. Die Arbeit von Björn, Senftleben, Kuwert und anderen musste aber Stückwerkbleiben, weil die richtige Methode noch nicht gefunden war.
Wilhelm Franz Epha gilt zu Recht als der Bezwinger der Wanderdünen. 1828 in Goldap geboren, die Familie war 1740 aus dem Unter-Elsaß eingewandert, erhielt er eine forstliche Ausbildung im Forstamt Nassawen (Rominter Heide). 1846 trat er in das Ostpreußische Jägerbataillon Nr. 1 in Braunsberg ein. 1857 schied er aus und wurde von der Memeler Kaufmannschaft als Forstschutzbeamter angestellt. Das spätere Seebad "Försterei" entstand auf einem von ihm aufgeforsteten Dünengelände. Im Jahr 1864 wurde Franz Epha zum Königlichen Dünen-Plantagen-Inspektor und Badekommissar nach Cranz berufen. Hintergrund war die Entscheidung der preußischen Regierung die Kurische Nehrung zu retten: Immerhin standen die Nehrungsdörfer, die Haff-Fischerei, die Poststraße und das Memeler Tief mit dem Hafen auf dem Spiel.
So bedeutend Franz Ephas Arbeit auch war, die Grundlage seines Erfolgs war die Existenz der acht bis zehn Meter hohen Vordüne am Ostseestrand. Deren Bau zieht sich durch das ganze 19. Jahrhundert.
Durch die Errichtung etwa siebzig Zentimeter hoher Strauchzäune fing sich der Flugsand und bildete einen ständig wachsenden Sandwall. War nach einiger Zeit der Zaun verschüttet, legte man auf dem Wall neue Reihen von Strauchzäunen an. Dazwischen wurden Sandgräser gepflanzt, meist Strandhafer und Standroggen, die mit ihren tiefen Wurzeln das Grundwasser erreichen und äußerst anspruchslos sind.
Was die Bepflanzung der großen Dünen anging, so bestand die herkömmliche Methode darin, zunächst Strandhafer und andere Sandgräser anzupflanzen, anschließend Stranddisteln. Zwischen ihnen bildete sich Moos, das den Grund für die Krüppelkiefer vorbereitete.
Dieser Prozess konnte sich über Jahr zehnte hinziehen. Soviel Zeit hatte Franz Epha nicht. Deshalb entwickelte der Düneninspektor die Methode seines Vorgängers Krause weiter: Epha ließ auf den Dünen rechtwinklig sich kreuzende, etwa dreißig Zentimeter hohe Strauchzäune aus Reisig und Rohr anlegen, in deren Kammern Zwergkieferpflänzchen gesetzt wurden. Später kam die Bergkiefer hinzu, die vor allem in die Breite wächst.
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Wilhelm Franz Epha
Düneninspektor 16. September 100. Todestag * 8.11.1928, Goldap, Ostpreußen t 16.9.1904, Rositten, Ostpreußen, Kurische Nehrung |
Rund die Hälfte des 79 Kilometer langen Dünenwalls blieb unbepflanzt, so dass sich bis heute vier große Dünengebiete erhalten haben: Sarkau-Rossitten, Rossitten, Pillkoppen, Pillkoppen-Nidden und Perwelk-Schwarzort. |
