Zeittafel zur zusammengestellt von Beate Szillis-Kappelhoff |
|
| 11.000 v.Chr (nach letzter Eiszeit) Jäger + Sammler |
a) Hamburger Kulturkreis = Variante der französ. Magdalenien-Kultur, zunächst bei Königsberg, späte Phase Memel. b) Swidry-Kultur aus Südeuropa |
7.000 v.Chr
Jäger + Sammler + Fischer;Kiefer- + Föhrenzeit |
Subarktisches Klima (8.000 bis 5.000 v.Chr. wärmer, feuchter, Gletscher weg);Mischwälder (Birke, Kiefer, Haselnusgewächse später die Eiche) . Die Jäger werden seßhaft,erster Ackerbau und Tierhaltung beginnen, nachgewiesene Besiedlg. Memelland. Zuzug Maglemose-Kultur aus Westen (Erben der Magdalenien-Kultur) |
6.000 v.Chr |
Vermischung Maglemose- u. Swidry, Knochenfunde im Memelgebiet:langköpfig, wulstige Brauen, stämmige Statur |
| 5800 v.Chr. |
Mit Beginn der Jungsteinzeit entstanden in Europa vier Kulturkreise, der Westkreis, der nordeurasische Kammkeramikkreis, der östlich des Rheins, in Südskandinavien und in der norddautschen Tiefebenne verbreitete Nordkreis und der in mitteleuropea bis südlich der Donau sich anschließende bandkeramische Kreis. Text und Karte aus "Indogermanen, Germanen und Slawen" von Pr.Dr. Helmut Schröcke |
4.000 - 2.500 v.Chr
Mittlere Steinzeit:Knochen-Kultur-Kreis Jüngere Steinzeit: Steinwerkzeuge + Knochen + Holz |
Memel-u. Narwa-Kultur: Alteuropäisch, NICHT indoeuropäisch Religion: Matriarchat, Erdgöttin, vergleichbar mit griech. Götterwelt, Vergottung der Erde, Landschaft, Schlangen, Kröten, Schaf, Ziege Siedlungsplätze: Haselnussstrauch (laxte, lagzde, lazdynas) wegen der Nahrung Kur.Nehrung: Knochen- + Geweihhaken Memel-Schmelz: Bearbeiteter Bernstein |
| 2500-1700 v.Chr. | Ausbreitung der Indogermanen in Mitteleuropa; Trichterbecherkultur in Nordeuropa Felskammergräber in Westeuropa |
| 2.500 v. Chr Ende d. Steinzeit |
Indogermanische (indoeuropäische) Kulturkreise in der frühen Bronzezeit nach L.Kilian, Bonn) Karte und in der jüngeren Bronzezeit Karte Rückwanderung von Indoeuropäer aus Zentralasien, damit zusammenhängend andere Kulturtechniken: Baben mit Trinkhorn wie in Zentralasien + Persien, Kugel-Amphoren Religion: Patriarchat, Vergottung v. Pferd, Stier, Himmel- u. Himmelskörpern Vermischung mit vorhandenen Menschen.(Nachweise durch Knochenfunde: schlanker) Sprache: Ähnlichkeit mit Sanskrit + Latein (Urbaltisch) Handelsbeziehungen mit Griechenland (Bernstein) Kultur: Ähnlich der der Kelten. Bevölkerung: Versch.Stämme; z.B. in Küstennähe die Kuren und Prussen, östlich davon litauische Stämme wie die Schameiten und Aukstaiten. Prußen, *Kuren, Letten, ähnliche Kulturen wie Kelten Ostbalten: Litauer, Szemaiten, Letten (Kultur mehr wie Finno-Ugrier)** Besiedlung: Dichter, besonders auf Nehrung *näheres siehe unter 11 Bevölkerungsgeschichte | **Finno-Ugrier= Sprache der Jäger u. Sammler +++siehe auch unter 04 All.Geschichte/Frühgeschichtliche Entwicklung |
1.500 v.Chr Bronzezeit, Hügelgräber |
Leichenfunde in Hockerstellung Mitteleuropäische Expansion, kam aber im Memelland sehr geschwächt u. verspätet an Metallkultur im Austausch mit Bernstein |
| 1.000 v. Chr Jüngere Bronzezeit/ Frühe Eisenzeit |
Zeit der Urnenfelderkulturen in Europa. Totenkult: Leichenverbrennung, Asche in Tongefäßen, Gefäßdeckel mit Löchern, damit die Seele entweichen kann. Pfahlbauten: kam im MEMELLAND nicht an. Kulturwelle: "Lausitzer Kultur"- Buckelurnen und Gefäße mit Riefelverzierung - in Mittel-Ost-Europa. |
| 500 v. Chr | Beutezüge der Skythen, Einfluss Latène-Kultur Noch kein Eisen im Memelland |
| 200 v. Chr - 500 n.Chr | Expansion der Germanen bis an Weichsel. Eindringen von Slawen und Goten, reger kultureller Austausch und Aufschwung - auch im Memelland. Handel: Mit Rom (Münzen-, Glas-, Emaillefunde, Metallimport) Skelettgräber (Weichsel-Einfluss) siehe auch zur Slawentheorie |
| 500 - 800 n.Chr Völkerwanderung |
Slawen drängen nach Norden ins Ostbaltikum. Eindringen der aus Schweden kommenden Wikinger auch ins Memelland. Differenzierung Memelgebiet - Altpreußen: Handelsbeziehungen nach Süden zwischen abgewanderten Goten + Balten reißen nicht ab. Nach Abwanderung der Goten Aufspaltung der Balten in verschiedene Stammesgebiete mit unterschiedlichen Kulturen. Sog. Dekadenzperiode trifft NICHT auf das Memelland zu. Statt dessen starke Eigenentwicklung im Memelland bis in jüngste Heidenzeit. |
| 700 n.Chr |
Das Memelland orientiert sich nach Norden. Memelland-Kultur (man bleibt im Gegensatz zu Altpreußen bei der Hockerbestattung, erst im 9.-10.Jh. kommt durch skandinavischen Einfluss die Leichenverbrennung. Die Memel-Kultur weitet sich nach Osten aus. |
| 850-1000 n.Chr Wikingerzeit |
Dänische Einfälle bei den Kuren Die Südgrenze des baltischen Stamms der Kuren ist die Sziesze im Raume Heydekrug.Südlich davon siedelten die prußischen Stämme der Schalauer und Samen. Kuren machen ihrerseits Beutezüge bis Dänemark + Island (Island Saga) Schalauer: Feindseligkeiten mit Dänemark, gegenseitiger Menschenraub |
| 10.Jh.+11. n.Chr | Feindseligkeiten hören auf, statt dessen reger Handel und kulturelle Anregungen: -Bronzeschmuck fast barock und bizarr, deutet auf regen Erfindergeist -Wikinger-Kämpfer setzten sich als Kaufleute im Memelland nieder -Schalauer unterhielten Heiratsbeziehungen mit Dänemark (König Knut, 854 n. Chr literarische Quellen der Dänen) Memelländische Eigenkultur in höchster Blüte, geprägt durch starken skandinavischen Einfluss |
| 1226 | Der polnische Herzog Konrad von Masovenien holt sich den den Deutschen Ritter-Orden: zur Hilfe, um die prußischen Stämme zu "christianisieren". Die Prußen wurden geschlagen aber nicht ausgerottet. Es ist Belegt das um 1400 noch die Häfte der ländlichen Bevölkerung prußisch war. Martin Roussellen sagt.. Die litauischen Stämme widerstanden den Attacken des Ritter-Ordens besser, weil sie im Gegensatz zu den Prußen nicht in einzelne Stämme zersplittert waren, sondern Territorialfürsten unterstanden und politisch gemeinsam handelten. |
| 1229 | Papst Gregor IX verbietet gotischen Kaufleuten den Waffenverkauf an die Heiden, weil sie die gegen die Orden einsetzen. Ungleichheit der Waffen war für die Orden von Vorteil: Prußen mit Holzkeulen gegen Metallwaffen. |
| 13. Jh. Allgemein |
Kuren: Schiffsbau entwickelt sich. Wikingerschiffe sind Vorbild für Kurenkähnen. Wegen feuchter werdenden Klimas wandern die memelländischen Südkuren ab nach Lettland zu ihren nordkurischen Stammesbrüdern. Wikingerhäfen: Gefahrlose Plätze wie das Kurische Haff (kurischer Name für das Haff: "Memele") und Russ (kurisch: "Ort, der umströmt ist"), dort auch Wikinger-Kolonien Frauengräber: Weisen auf sorgfältige Körperpflege, besonders der Haare Männergräber: Männer tragen langes Haar. Memelländische Männer tragen bis ins 20.Jh. den Spitznamen "die Langhaarigen". Schmuck: Massig u. schwer |
| 1252 | Errichtung der ersten hölzeren Burg Memel durch den livländischen Ritterorden. Burg und Dom sollen Sitz des Bischofs von Kurland werden. Gleichzeitig sollte die Verbindung zum Deutschen Orden gesichert und die Waffenlieferungen durch die Skandinavier an die litauischen Stämme unterbunden werden. Verbindung zum Zentrum des Deutschen Ordens an der Weichsel sollte gesichert werden. |
| 1253 | Nach Zerstörung der Holzburg durch die Schameiten, wird Ende des Jahres eine feste Burg fertig gestellt. Die Stadt ist in ihren Anfängen vorhanden. |
| 1254 | Städte wie Lübeck u. Dortmund wurden gebeten, ihre Stadtrechte zu übersenden. |
| 1257/58 | Memel erhält lübisches Recht. (Erst 1475 bekam Memel wie die übrigen preußischen Städte das Kulmer Recht (kölmisches). Szemaiten brannten die Stadt mehrfach ab. |
Das 14.-15. Jahrhundert |
|
| 14. - 15. Jh | 1328 werden Burg und Stadt Memel mit dem dazu gehörigen Gebiet vom Livländischen Orden an den Deutschen Orden abgetreten. Mit Einführung des Christentums hören Bodenaltertümer auf. Statt dessen schriftliche Zeugnisse, die vom Sieger geschrieben wurden. Ursache liegt im Unterschied zwischen christlichem und heidnischen Glauben und Totenkult: -Heilige Perkunas-Wälder werden gerodet -Tote müssen ohne Beigaben bestattet werden -Grabhügel (damit die Seele besser zu den Göttern kann) werden verboten, statt dessen eingezäunte Friedhöfe mit Reihengräbern -Verbrennung wird verboten, statt dessen Skelettbestattung (Man hilft sich auf der Nehrung, indem man die Leichen mit brennender Holzkohle überschüttet; Neuhaus/ Pillkoppen u. Rossitten) -Grabtafeln werden verboten (Man hilft sich, indem man sie mit christlichen Symbolen anreichert) -Pferdebestattung wird verboten Ein unbewußtes Heidentum hält sich im Memelland, besonders bei den Kuren bis 1945. Zum Berg Rombino pilgerten noch im 19.Jh. die Bewohner der Umgebung hin, um Schutz vor Krankheit und Fruchtbarkeit der Felder von den alten Göttern zu erflehen. Kuren wandern ins Memelland zurück, haben aber ihre eigene Sprache verloren und sprechen jetzt: lettisch-kurisch = nehrungs-kurisch. |
| 1410 |
Schlacht von Tannenberg (poln.=Grunwald, lit.=Zalgris): Die Heere der seit 1386 vereinigten litauischen und polnischen Reiche konnten den Deutschen Ritterorden vernichtend schlagen. |
| 1419 | Die Kirche von Russ soll an der Stelle, an der eine Kapelle des Ordens stand, errichtet sein. Der Turm der Kirche trägt die Jahreszahl 1419. Durch Hochwasser (Schaktarp) und Brand mußte im Laufe der Zeit das Kirchengebäude immer wieder aufgebaut werden. 1809 wurde das Kirchenschiff in seiner heutigen Form errichtet. Bei Kriegsende nur noch als Ruine vorhanden, wurde die Kirche in jüngster Zeit wieder instandgesetzt und es finden dort wieder Gottesdienste statt. |
| 1422 | Friede vom Melnosee: Die Sieger von Tannenberg diktierten den Frieden, in dem die Grenze zwischen Litauen Polen und dem Orden festgelegt wird. Hierbei erhält Litauen das kurische Polangen /Palanga (kurisch: am Sumpf) und erstmals Zugang zur Ostsee. Spätesten ab diesem Zeitpunkt war das Memelland bis 1945 unangefochten Bestandteil Preußens, lediglich durch die Besetzung Litauens wurde diese Zeit von 1913 bis 1939 unterbrochen |
| Memelland: Kultur |
Im Memelland hat seit ca 700 n. Chr kaum Bevölkerungswechsel stattgefunden:
-Fortlaufende Belegung der Friedhöfe -Formenschatz gleichbleibend, jedoch Anregungen aufnehmend -Bei Konflikten u. Kontakten kein Kulturabbruch wie in Altpreußen -Beibehaltung versteckten Heidentums bis 1945 Deutliche Unterschiede zu Alt-Litauisch: Bestattungsbräuche, Schmuck, Fibeln usw. kurisch: Südliche Grenze bis zum Minge-Fluss. (kurisch: Dange = gebogen; Klaipeda = Flachgrund; Memele/ Mümmel = Haff |
| Sprache | prußisch-schalauisch: Südlich der Minge, beidseits der Memel u. des Memeldeltas (prußisch: Russ, rusne = umflossen; Tilsit, tilszus = sumpfig; Ragnit, ragas = Horn, Landzunge, Hereinragendes)
Nach Grabfunden den Alt-Kuren zuzuordnen, linguistisch Zwischenstellung zwischen prußisch, kurisch u. und szemaitisch Durch Zuzug von Handwerkern und Kaufleuten aus verschiedenen Teilen deutscher Landschaften wird immer mehr deutsch gesprochen. |
Das 15.-16. Jahrhundert |
|
Litauer im Ordensland: |
Bereits im 13. und 14 Jh.kommen christianisierte Litauer schon in das Ordensland. Zunächst vereinzelt und namentlich gekennzeichnet als Littau, Litwinas, Szemait, Zameit usw (in einer Zeit, als man mit Vornamen noch auskam). Eine stärkere Einwanderung erfolgte ab der zweiten Hälfte des 15.Jh. aus wirtschaftlichen und politischen Gründen. Der Orden und später auch das Herzogtum sowie das Königsreich Preußen nahmen sie mit offenen Armen auf, da durch Krieg und Pest ganze Dörfer entvölkert waren. Litauische Bevölkerung in manchen Dörfern bis zu 70%. |
| 1456/57 | Danziger plündern die Stadt Memel und verschütten die Dangemündung |
| 1464 | Königsberger, Danziger und Elbinger plündern Memel.Grund dieser Überfälle ist Handelsneid gegenüber der aufblühenden Stadt. |
| 1511 | In einer Urkunde vom 25. Februar über den "Krug auf der Heyde gelegen" erfolgt die Verleihung desselben an Georg Talat. der Urkundentext (Die Geburtsstunde der späteren Stadt Heydekrug) |
| 1520 | Drei Danziger Kriegsschiffe legen Feuer an die Stadt, die zur Häfte abbrennt. Außerdem versenken sie eine Schiffsladung Steine in der Dangemündung, die bis 1814 die Schiffahrt stark behindert. |
| 1525 | Die Reformation zieht ins Memelland ein. |
Litauische Sprache | Lutherische Lehre (das Wort Gottes in der Muttersprache künden) und geistige Freizügigkeit brachte es mitsich, daß auch die nichtdeutschen Minderheitssprachen, wie z.B. Litauisch in Preußen eine Schriftkultur erhielten. So wurde das erste litauische Buch 1547, die erste litauische Bibelübersetzung 1590 und die erste litauische Grammatik 1653 in Ostpreußen gedruckt. Litauische Historiker leiten von diesen Vorgängen Ansprüche Litauens auf Ostpreußen ab ! |
| 1560 | Bau der ersten Kirche in Willkischken. Wurde 1758 von Russen zertsört und 1770 wieder aufgebaut. 1896 durch einen masiven Neubau mit 45 m hohen Turm ersetzt. ( weiters unter "www.willkischken.de") |
| 1568 | Durch Herzog Albrecht wird in Koadjuthen ein Kirchlein errichtet 1772 und 1801 erneuert, 1946 zerstört. wird heute wieder als Kirche genutzt. |
| 1574 | Auf Befehl von Herzog Albrecht erhielt auch Piktupönen eine Kirche, die 1744 mit hölzernen Turm neu errichtet wird. (zerstört) |
| 1580 | Die Königsberger erwirken eine Verfügung gegen den Memeler Hafen und gegen den Schiffbau. |
| 1583 | Memel kann freie Schiffahrt und Reederei zurück gewinnen In Ruß wird die Pfarrkirche wieder aufgebaut. |
| Ende 15. Jh. | Orden deckt litauische Flüchtlinge gegen ihre polnisch-litauischen Adelsherren und liefert sie nicht aus. Litauer nachweisbar vom Orden angesiedelt. Zustrom der Litauer u. Szemaiten hält an bis in die russisch-litauische Zeit. Preußische Litauer lassen ihre Kinder lutherisch taufen, damit sie bessere Bildungs- u. Karriere-Chancen haben. Litauische Bevölkerung in manchen Dörfern bis zu 70%. In Litauen wird die Sprache nur noch von der Unterschicht gesprochen. Deshalb unterstützt Herzog Albrecht den Druck von Büchern für Litauen. Die litauische Sprache wird mit Hilfe der prußischen Sprache rekonstruiert. Predigten werden in Ostpreußen bei Bedarf in Litauisch gehalten. Litauische "Nationalheilige" wie Christian Donelaitis war Untertan von Friedrich . Großen + Pfarrer von Tollmingkehmen/ Goldap. Simon Dachs Vater war Baumeister in Memel + Dolmetscher für Litauisch Kirchen in Memel dienten zunächst der kurischen, später der litauischen Bevölkerung. |
Das 17.Jahrhundert | |
| Einfall der Schweden: Großer Kurfürst kommt persönlich über das Eis des Haffes. Er richtet Botenkurse 2x wöchentlich zwischen Memelland und Süden ein. Route über Nehrung- Königsberg- Berlin- Kleve am Rhein Der reformierte Fürst siedelt Niederländer, Schotten, Engländer u. Hugenotten in Memel als Kaufleute an. Die früher für das Weichsel- u. das Königsberger-Gebiet angeworbenen Friesen werden für die Niederung u. das Memelland angeworben, um auch dort Sümpfe trocken zu legen und landwirtschaftliche Stellen zu schaffen. Alle Einwanderer dürfen eigene Kirchen unterhalten: "Suum cuique" = "Jedem das Seine" oder (unter Ordenszeiten) "Gerechtigkeit gegen Jedermann". Preußen wird zum ersten modernen Rechtsstaat des Kontinents. |
|
| 1605 | Am 29.Juli wird Simon Dach geboren |
| 1627 | Stadt und Burg Memel werden stärker befestigt, doch konnte dies nicht verhindern, daß von 1629 bis 1635, während des "Dreißigjährigen Krieges", die Schweden Stadt umd Umland besetzten und einäscherten. |
| 1678 | Die Schweden greifen Memel erneut an, die Stadt brennt erneut ab. Burg und Zitadelle können sich behaupten. Die schwedische Armee rückt bis an den Memelstrom vor. Rauchende Trümer , eingeäscherte Ortschaften bezeichnen den Weg der Schweden. |
| 1681/83 | Bau der "Reformierten Kirche" in Memel, geht 1854 beim "Großen Brand" ebenfalls in Flamen auf. Neubau erfolgte 1859 |
| 1688/97 | Bau der letzten uns bekannten Kirche in Prökuls |
| 1695 | Plaschken erhielt seine erste Kirche, 1757 durch Russen zerstört, wieder erbaut, 1900 durch einen romanischen Neubau ersetzt. (heute noch vorhanden. sie auch unter "Chroniken der Ortschaften" |
Das 18 Jahrhundert | |
| Durch Seuchen und kriegeriscvhe Handlungen sind in ganz Ostpreußen weite Landstriche und ganze Ortschaften entvölkert. Der tolerante preußische König Friedrich Wilhelm I. rief Siedler ins Land. So bot er u.a. im Jahre 1732 17000 Salzburgern die des Glaubens wegen vertrieben wurden, eine neue Heimat. Außerdem wanderten zur gleichen Zeit 1000 Protestanten aus der Schweiz, Hugenotten aus Frankreich, über 13000 Menschen aus Mittel- und Süddeutschland, etwa 3000 Mennoniten aus Kulm und über 5000 Holländer, Polen, Schotten und Engländer in Ostpreußen ein und ließen sich zum Teil auch im Memelland nieder. Aus dieser multikulturellen Gesellschaft und den Resten der Pruszen entstand der ostpreußische Menschenschlag. |
|
| 1704 | Neubau einer Kirche in Kinten, nachdem die Kirche von Windenburg 1702 einstürzte. (noch vorhanden) |
| 1708 | Beginn der großen Pest im Memelland: wütet unter der durch Mißernten halbverhungerten Bevölkerung furchtbar. 1710 starben z.B. wöchentlich etwa 600 Menschen. Allein Memel mußte 2000 Tote beklagen Kurland u. Litauen von 1795-1915 Teil Russlands. |
| 1709/10 | Russische Truppen stehen in Polen u. Litauen und bestimmen den politischen Kurs, den auch Memel zu spüren bekommt. |
| 1717 | Friedr. Wilh. I (Soldatenkönig) führt allgemeine Schulpflicht für Jungen u. Mädchen ein. |
| 1734/37 | Bau einer massiven Kirche in Wischwill anstelöle der der alten Kirche aus dem 16.Jh. (Kirche heute nicht mehr vorhanden) |
| 1750 | Die Schulpflicht hat sich Landweit durchgesetzt. |
| 1757 | Am 20.Juni fielen Kosaken in Nimmersatt über die preußische Grenze ein. 30.000 Russen wüteten grausam, konnten schon am 4.Juli die Festung Memel zur Aufgabe zwingen, 110 Häuser wurden zerschossen. Trotz Zusicherung freien Geleites werden preußische Soldaten nach Russland verschleppt. Auf der Nehrung und an der Küste werden die Eichenwälder von den Russen abgeholzt. |
| 1758-1762 | Kaiserin Elisabeth v. Russland annektiert im Rahmen des 7-jährigen Kireges (1756-1763) Ostpreußen und damit auch das Memelland. Die Russen bringen Flecktyphus mit, an dem im Hauptamt Memel 8.000 Menschen sterben. Trotzdem wird mit den Russen kollaboriert, weil sie ein flottes Leben führen. Trotzdem werden brav alle Abgaben an Friedrich den Großen gezahlt. |
| 1770 | Friedrich der Große gibt die Festung in Memel auf, sie wird geschliffen. |
| 1776 | Wurde durch memeler Kaufleute die St. Johannes-Loge "Memphis" gegründet, Logenheim bis 1919 in der Alexanderstraße hinter der Post |
| 1784 | 1782 wurde in Memel an der Grenze der Vitte mit dem Bau einer Holzkirche begonnen. Die Kirche für die katholische Bevölkerung erhielt am 11. Mai 1784 die Weihe zur heiligen Dreifaltigkeit. |
Das 19 Jahrhundert |
|
| 1802 | Das preußischen Königspaar Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise halten sich vom 8.Juni bis 16.Juni in Memel auf und treffen dort mit Kaiser Alexander von Rußland zusammen. |
| 1806 | Memel ist die einzige preußische Stadt, die nicht von Napoleons Truppen besetzt war. |
| 1807/08 | So verlegt der preußische König die Residenz nach Memel. Das Königspaaar wohnt, wie bereits 1802, in dem Patrizierhaus von Friedrich Ludwig Consentius in der Luisenstraße. Die Prinzen wohnten im Hause von Argelander (heutiger Standort der Post). Memel hat 5080 Einwohner. Die Wohnungsprobleme für Hof und Militär sind erheblich, auch wenn die Stadt davon profitiert. Der Schmuggel blüht wegen Napoleons Kontinentalsperre. Trotzdem gibt es viele Arme und Bettler. Die Kirchen werden Lazarette. Die Lage wird unter der Präsents napoleonischer Truppen um Memel herum für das Königspaar so bedrohlich, dass eine Emigration nach Russland erwogen wird. 1808 wird die Residenz des Königshauses wieder nach Königsberg verlegt. Im Oktober des Jahres wurde in ganz Preußen die bäuerliche Erbuntertänigkeit (Leibeigenschaft) abgeschafft. |
| 1812 | Memel wird im Juni von preußischen Truppen als napoleonische Hilfstruppen besetzt. Im Raume Memel konzentriert Napoleon unter Leitung General York weitere Truppenverbände gegen Russland. Preußen und Franzosen legten um Memel Befestigungen an, u.a. eine Batteriestellung in Süderspitze. Am 31.August maschierten 1200 Franzosen in die Stadt ein. Im Hafen lagen preußische und französische Kanonnenboote. Am 26.Dezember verbündeten sich die Memeler noch vor Yorks mit den Russen, die kampflos in die Stadt einrücken, nachdem sich die Franzosen zurückgeogen hatten.* * Ausführl.in Kurschats "Buch vom Memelland"; Kapitel-"Das 19.Jahrh." Die Abholzung der Wälder durch die Russen im siebenjährigen Krieg ließen das Gebiet nördlich der Stadt zu einer Sandwüste werden.Der König schenkte der Stadt das gesamte Terrain, mit der Auflage, es wieder zu bepflanzen. |
| 1815 | Memel erlebt wirtschaftliche Aufschwung |
| 1816 | Das Gebiet nördlich der Memel wird vom Regierungsbezirk Gumbinnen gelöst und dem Gebiet Königsberg zugerordnet. Das Stadtgebiet Memels umfaßt zu der Zeit: die Altstadt, Friedrichstadt, Neustadt und das Kämmereidorf Sandwehr nördlich der Bommelsschen Vitte*. Auch die Amtsvitte (Gebiet der Holzstraße) bildet eine eigene Kommune. *(Bommels-Vitte siehe auch unter Chroniken der Ortschaften) An der Börsenbrücke in Memel entsteht ein Postgebäude (die alte Post) |
| 1818 | Am 1.Sept. trat die neue Kreisorganisation in Kraft. Heydekrug wird Kreisort. |
| 1820 | Memel erlebt einen wirtschaftlichen Aufschwung. siehe hierzu auch unter "Überblick/die Memellandkreise/Memel-Stadt" |
| 1831 | Cholera in Heydekrug |
| 1834 | Bau der Nordermole. Gründung des Landwirtschaftlichen Vereins (Anschaffung u. Erprobung von Maschinen, Tierschauen, Pferderennen, Geselligkeit |
| 1841 | 1. Dampfschiff auf der Memel. Baptisten faßten in Memel Fuß und bauten eine Kirche am Neuen Park neben dem Luisengymnasium. (noch heute vorhanden) |
| 1842 | 1. Käsefabrik (Schweizer Siedler brachten das Wissen mit) Chausseebau Memel-Tilsit (kommt lange Jahre nur schrittweise voran) |
| 1844 | Erste Apotheke in Prökuls |
| 1845 | Als Rathaus für die Stadt Memel wurde das Consentiussche Anwesen in der Börsenstraße gekauft. Bau des Gerichtsgebäudes in Heydekrug. |
| 1847 | Erster Landbriefträger, 2x wöchentlich |
| 1848 | Auswirkungen der Revolution in Schmelz u. Prökuls |
| 1848 bis 1880 | Immerwieder Einschleppung der Lepra. Um Memel herum 36 Erkrankungen. siehe auch unter 1897und 1899 |
| 1849 | Gründung der Zeitung "Memeler Dampfboot" |
| 1852 | Erster Kreisarzt nach langem Suchen |
| 1853 | Am 1.Oktober wurde das letzte Teilstück der Chaussee Memel-Tilsit fertiggestellt. |
| 1854 | Am 4.Oktober bricht in einem Speicher, inmitten der Holzlagerplätze, ein Brand aus, der über die Hälfte der Stadt vernichtet.3000 Menschen werden obdachlos! |
| 1855 | Telegraphenverbindung Tilsit-Memel. Ausbau des Winterhafens in Memel. |
| 1856 | Bernsteinfunde in Prökuls |
| 1856/58 | In Memel wird die St Johanniskirche in der Marktstraße unter Benutzung der alten Mauern als dreischiffige gewölbte Hallenkirche neu errichtet. Zu gleicher Zeit wird die 1686 in die Friedrich-Wilhelm-Straße verlegte alte Landkirche St. Nikolai neu erbaut. Nach der Abtrennung des Memellandes wurde sie zur Jakobuskirche. (beide Kirchen sind zerstört.) |
| 1857 | Synagoge mit Badehaus in Russ. Das Kirchspiel Saugen erhält eine Kirche. (noch vorhanden) Für das durch den großen Brand im Okt.1854 vernichtete Theater in Memel wird ein Neubau errichtet. |
| 1860 | Bernsteinbaggerei in Schwarzort auf industrieller Grundlage Die ersten 4 Landbriefkästen. Ab 1860 wird planmäßige Pferdezucht betrieben. In Memel bau der Markthalle aus Holz durch den Kaufmann Wiener. Brannte aber 1892 wieder ab und wurde 1899/1900 massiv wiedererbaut. Neubau eines Gerichtsgebäudes in der Holzstraße 1860/61 Bau der Gasanstalt |
| 1862 | 1. Remonte-Markt in Prökuls (Pferde für das Militär) Heydekrug erhält ein Telegraphenamt Die evangelische Kirche in Dawillen wird eingeweiht. (noch vorhanden) Memel: Am 10. August 1862 erfolgt die Grundsteinlegung für den Neubau der katholischen Kirche. |
| 1863 | Am 2.8 wird die Anglikanische (Englische) Kirche in Memel Holzstr./Ecke Rosenstr. wird eingeweiht. (zerstört) Der heute noch vorhandene Leuchturm in Windenburg ersetzt eine Bake. Memel: Am 3. September 1863 ist die feierliche Weihe der neuen katholischen Kirche, die an Stelle der alten hölzernen Kirche errichtet wurde. |
| 1866 | Die Kirche in Wieszen wird eingeweiht. (noch vorhanden) Neue Befestigungsanlagen entstehen: das Plantagenfort (heute Sportstation), die Zitadelle (später "Aschhof") und das Wilhelmsfort in Süderspitze auf der Nehrung (heute Meeresmuseum) |
| 1863-1873 | Der König-Wilhelm-Kanal
wird errichtet, um den Flößern die schwierige Umschiffung des Windenburger Ecks zu ersparen. (Erste Planung erfolgte schon 1765) Kanalverlauf-Karte |
| 1867/68 | waren Notjahre, durch nasses und kaltem Wetter gab es schlechte Ernten. Der neu gegründetee "Vaterländischer Frauenverein" errichtet Notküchen |
| 1869 | 1. Dampfdreschmaschine |
| 1871 | Demokratisches Wahlrecht: Allgemein, frei, gleich u. geheim (aber nur für Männer)* *In der Reichsverfassung vom 16.04.1871 ist u.a.geregelt, dass der Reichstag aus allgemeinen und direkten Wahlen mit geheimer Abstimmung hervorzugehen hat. Frauen sind allerdings bis 1918 (!) nicht wahlberechtigt. In Preußen wurde bis 1918 (!) das undemokratische "Dreiklassenwahlrecht" zum Preußischen Landtag beibehalten. |
| nach 1871 | Im Zeichen der Bismarck´schen Nationalismus und seiner Minderheitenpolitik kommen Spannungen zwischen Memelländern u. Litauern auf. (Analog zwischen Masuren u. Polen). In Tilsit werden "kleinlitauische" Kulturvereine u. Zeitungen gegründet. Von der preußisch-litauschen Bevölkerung werden lediglich die kulturellen, nicht aber die politische Angebote akzeptiert. Wegen des zu großen kulturellen u. politischen Unterschieds und wegen der unterschiedlichen Religionen wird ein Anschluss an Litauen abgelehnt! Aus dieser Bewegung entsteht der heutige "Kleinlitauische Rat"(siehe 1879). Der Begriff "Kleinlitauen" ist nicht korrekt, weil es ein "Großlitauen" nicht gab. Litauen war "Russisch-Litauen" und russisch unterjocht, während "Preußisch-Litauen" zu Preußen gehörte und die preußisch-litauische Bevölkerung loyale preußische Untertanen waren, die alle Rechte genossen! |
| 1874 | Bau der Kaiserlichen Post |
| 1875 | Nidden Leuchtturm Tilsit Memelbrücke Anbindung Memels an das Eisenbahnnetzes über Heydekrug, Pogegen, Tilsit |
| 1878 | Schmalleningken erhält eine Kirche. (zerstört) |
| 1879 | Gründung "Littauische litteräre Gesellschaft" in Tilsit, aus der der "Kleinlitauische Rat" hervorgeht. |
| 1881 | Erziehungsanstalten in Bachmann und Gropischken für elternlose Bettelkinder Sozialgesetzgebung In Memel Bau von Luisen-Gymnasium, Hotel Viktoria, Rathaus |
| 1882 | Bahnhof in Memel |
| 1884 | Trakseden Torfstreufabrik (noch im Betrieb) Memel Kreisheilanstalt |
| 1884/85 | Bau der Kirche in Schwarzort, nachdem die alte Holzkirche abgebrannt war. (noch vorhanden) |
| 1886 | Rucken erhält eine Kirche. (siehe unter "09.03 Kirchenchroniken/110 Jahre ev. Kirche in Rucken") | 1887 | Weiterer Ausbau des Straßennetzes Kirche in Laugßargen wird erbaut. noch vorhanden |
| 1888 | Einweihung der Kirche in Nidden(noch vorhanden) Fertigstellung des Kreiskrankenhauses am Steintor in Memel |
| 1891 | Bau des Luisen-Gymnasiums in Memel |
| 1892 | Die Eisenbahnstrecke von Memel nach Bajohren wird fertiggestellt. |
| 1893 | Neue (gotische) Post in der Alexanderstraße wird bezogen. Memel erhält Navigationsschule |
| 1894 | Bommelsvitte Fischereihafen am Walgum |
| 1895 | Epidemie einer ägyptischen Augenkrankheit. In diesem Jahr gab es noch 470 erkrankte Kinder im Landkreis Memel. |
| 1896 | Das Kirchspiel Plicken erhält eine Kirche. (noch vorhanden) |
| 1897 | Auf veranlassung von Prof.Dr.Robert Koch wurde der Bau einer Lepraheimes beschlossen.
Landwirtschaft: Gründung Raiffeisen-Darlehenskassen, verbilligte Angebote Düngemittel, Saatgut, Fischnetze. |
| 1899 | Paleiten erhält eine der schon erwähnten Jubileumskirchen. (zerstört) Einweihung des Lepraheims in der städtischen Plantage. Bei der Einweihung im Juli 1899 wurden 15 Kranke aufgenommen. 1944 waren noch mehr als 10 Kranke anwesend. Sie wurden im Oktober 1944 kriegsbedingt nach Königsberg verlegt. Das Lepraheim wurde zerstört. hier mehr zur Verbreitung der Lepra im ML |
| ab 1900 | Schwergewicht liegt auf dem Ausbau von Kleinbahnen |
| 1900 - 1902 | Perwelk erhält Leuchtturm Bau der Südermole an der Nordspitze der Nehrung Bau des städtischen Krankenhaus in Memel Parkstraße aus Mitteln des Kaufmanns Wiener. (nach ihm benannt die "Wieners Promenade") |
| 1903 | Pasziesen wird Kirchort und erhält ebenfalls eine der Jubileumskirchen 1. Motorkutter auf dem Haff |
| 1903 | In Mestellen wird eine Baptistenkapelle gebaut. Gemeindemitglieder 130 Personen |
| 1904 | Nidden Hafendamm u. Mole Auch Nattkischken erhält eine der zwölf ostpreußischen Jubileumskirchen. (zerstört) Am 18.August wird in Memel der elektrische Straßenbahnbetrieb aufgenommen. |
| ab 1904 | Planung von Meliorationarbeiten* (Entwässerung), Gründung von Entwässerungsgenossenschaften, Bau von Vorflutern u. Deichen *Verbesserung der Bodenqualität |
| 1906 | Inbetriebnahme der Kleinbahnstrecken von Memel nach Laugallen und Plicken. |
| 1907 | Die Königin Luise Brücke über den Memelstrom vor Tilsit wird nach dreijähriger Bauzeit vollendet. Am 23.Sept. erschien Kaiser Wilhelm II zur Einweihung des Borussiadenkmals in Memel. |
| 1908 | In Memel wird die alte hölzerne Karlsbrücke durch eine moderne , elektrisch betriebene Klappbrücke ersetzt. |
| 1909 | Die Kirche von Kairinn wird eingeweiht. (zerstört) Gleichzeitigt Bau der Kirche in Wannagen. siehe auch unter 09.03 "Kirchenchroniken/Kirche Wannagen") |
| 1911 | Die Kirche in Karkelbek wird geweiht. (zerstört) Landwirtschaft: Körordnung , Milchkontroll-Vereine, Prökulser Schafe sind Qualitätsbegriff, Schafzucht im Rückgang |
| 1908 -1911 | Bau des Königlichen Lehrerseminars, des Auguste-Viktoria-Lyceums als modernste Schule des Reiches (heute Konservatorium), der Kasernen (heute Universität) |
| 1912/13 | Bau der Kleinbahn Heydekrug - Kolleschen. |
| 1913 | Entwässerung des Iszlusze-Moores, Schaffung von Siedlerplätzen |
| 1914 | Der Landrat erhält ein Dienstauto |
| 1914/18 | 1.Weltkrieg. März 1918 Friede von Brest-Litowsk: -Litauen erhält von Deutschland u. Russland das Selbstbestimmungs-Recht und wird als eigenständiger Staat anerkannt. |
| 1918 | "Kleinlitauische" Aktivisten gründen den "Nationalrat der Kleinlitauer" und fordern den Anschluss an Litauen. |
| 1919 | -Litauen fordert das Memelland als "urlitauisches" Gebiet. -Polen fordert ebenfalls das Memelland. |
| 1920 | Am 9.Januar trat der Versaillervertrag in Kraft. Das Memelland wurde von Deutschland abgetrennt und den alliierten und assozierten Siegermächten unterstellt. Eine kleine französische Besatzung unter General Odry kommt nach Memel Solange die Möglichkeit einer polnisch-litauischen Konföderation besteht, unterstützt Polen die Bemühungen Litauens um das Memelgebiet. Polen konnte deshalb im Baltikum so aktiv werden, weil die wirtschaftlichen u. politischen Aktivitäten Deutschlands u. Litauens eingeschränkt waren. Litauen wurde wegen des nicht-gelösten Wilna- Konflikts rechtlich nicht anerkannt. Als Folge der Abtrennung wird ein neuer Kreis "Pogegen" gebildet |
| 1921 | Die "Arbeitsgemeinschaft für den Freistaat Memel", die auf Initiative des "Deutsch-Litauischen Heimatbundes" gegründet wurde, veranstaltet eine Befragung: Von 71.856 Wahlberechtigten sprechen sich 54.429 für einen Freistaat aus (also gegen eine Einverleibung nach Litauen) |
| 1922 | Litauen beginnt Planung einer militärischen Besetzung des Memellandes. Stadt Memel ist zu 93% deutsch; im Memelgebiet machen jedoch die Preußisch-Litauer 63% der Bevölkerung aus. Trotzdem wollen sie keine Verbindung zu den rückständigen u. katholischen Russisch-Litauern. Ministerpräsident Galvanauskas informiert der deutschen Botschafter, das Memelland zu besetzen. Deutschland signalisiert Zustimmung (um die Litauer im Widerstand gegen Polen zu stärken). Galvanauskas beginnt "Operation Memel" zu planen und zieht den litauischen Schützenbund hinzu. Simonaitis war gerade von der Botschafterkonferenz in Paris zurückgekommen und berichtet von dem Beschluss einen Freistatt zu errichten. Er erklärt, den Litauern, dass Memelländer praktische Materialisten seien, sich passiv verhielten und niemals einen Aufstand initiieren würden. Die Litauer beginnen im Memelgebiet den Aufbau örtlicher Schützenverbände. Eine Rolle spielt dabei der "kleinlitauische" Verband "Santara". Es waren geheime litauische Ortsgruppen, mit dem Ziel, das Nationalbewusstsein der "Kleinlitauer" zu stärken, sie zu "befreien" und "mit dem großen Bruder natürlich zu vereinen". Gründung eines Memeler Schützenbundes unter der Leitung Kumietis aus Kaunas. Die Litauer erhalten von Deutschland 1500 deutsche Gewehre u. 5 leichte Maschinengewehre u. viel Munition zu günstigen Bedingungen. Galvanauskas zahlt aus einem geheimen Fond. Beim Aufmarsch der litauischen Kämpfer mischt sich deutsche Polizei nicht ein. |
| 1923 |
Beim Aufmarsch nahmen kaum Einheimische teil. Budrys, ein Landwirt aus Pogegen lehnte die Leitung des Aufstandes ab. Povilaitis nahm später dessen Namen an, um sich als Memelländer auszugeben. |
| 1924 | Trotz Industrialisierung und Hafenausbau kein wirtschaftliche Aufschwung erkennbar, aber ständig Spannungen und Konflikte mit Kaunas. Volkstumskampf. Bei den Wahlen (6 in 13 Jahren) für den memelländischen Landtag errangen die litauischen Parteien immer nur zwischen 2 - 5 von 29 Sitzen. |
| 1926 | Vom 17.Dezember 1926 bis November 1938 blieb über das Memelgebiet der Kriegszustand verhängt. Einweihung der ev. Kirche von Heydekrug. (noch vorhanden) |
| 1929 | Anstelle des 1900 erbauten bescheidenen Kirchleins erhält Ramutten eine neue Kirche. (noch vorhanden) |
| 1930 | Einweihung der Herder Schule in Heydekrug. |
| 1933 | Zwei memelländische Parteien werden neu gegründet: die CSA (Christlich Soziale Arbeitsgemeinschaft) und die SOVOG (Sozialistische Volksgemeinschaft).Zu den Landtagswahlen schließen sich die Parteien zu einer Einheitsliste zusammen.1938 ensteht daraus der MEMELLÄNDISCHE KULTURVERBAND. Der neue Kreisort Pogegen erhält eine Notkirche. 1938 wurde sie erweitert und mit einem Turm versehen. (noch vorhanden) |
| 1934 | Verbot der Parteien im Memelgebiet.26 führende Mitglieder wurden verhaftet. Sie wurden im Dezember 1935 vom litauischen Kriegsgericht in Kaunas wegen angeblichen Aufstand zu hohen Strafen (sogar 4x zum Tod,aber nicht vollstreckt) verurteilt. |
| 1938 | Am 01.November Aufhebung des Kriegszustands, darauf hin am 11.Dezember erste freie Wahlen. Wahlbeteiligung 97%; deutsche Einheitsliste 87.2% (25 Sitze); litauische Listen 12,8% (4 Sitze) Litauen signalisiert seine Bereitschaft mit Deutschland zu verhandeln. |
| 1938 | Durch verstärkten Druck Polens auf Litauen, fand Litauen in Europa nur bei der deutschen Regierung eine Hilfszusage unter der Bedingung, das Memelland an das Deutsche Reich abzutreten. Am 22 März wurden die Verträge unterschrieben. Deutsche Truppen marschieren ein. Hitler spricht in Memel und wird umjubelt. Die Memelländer sehen nur ihre Befreiung verkennen aber die totalitären Strukturen. |
| 1940 | -Hitler lässt 40.000 Litauendeutsche aus der Litauischen Sowjetrepublik nach Deutschland umsiedeln (bzw. in besetzte polnische Gebiete) -Tausende Memelländer mit litauischer Identität und deutsch-sprachige Linke werden nach Osten abgeschoben. |
| 1941 | Am 27.September erhält Heydekrug endlich die Stadtrechte. Das Memelland wird, wie ganz Ostpreußen, Aufmarschgebiet gegen die Sowjetunion. Erster sowjetischer Luftangriff auf Memel. |
| 1944 | Memel und das Memelland werden von deutscher Zivilbevölkerung geräumt Währen die Stadt sogut wie leer ist, kann die Landbevölkerung zum großen Teil mit Pferd und Wagen nicht rechtzeitig vor den Russen über die Flüsse entkommen. Die Sowjets erreichen bei Polangen die Ostsee und schneiden die Kurlandarmee ab. |
| 1945 | Die letzten Soldaten des Brückenkopfs Memel verließen am 28.Januar die Stadt, indem sie zur Nehrung übersetzten. Die rote Armee besetzt Memel. Der sowj. Stadtkommandant kann nach vier Wochen nur 28 Deutsche in der Stadt registrieren. Litauer beziehen die ehemals deutschen Höfe und Wohnungen des Memellandes. Zurückkehrende Flüchtlinge finden ihr Eigentum besetzt und irrten zum Anfang ziellos umher. |
| 1948 | Am 07. April wurde die Stadt und das gesamte Memelgebiet in die litauische Sowjetrepublik eingegliedert. |
| 1987 | Nachdem bisher das Memelgebiet für jeden Reiseverkehr Sperrgebiet war, konnten jetzt erste zaghafte Reisen unternommen werden, nachdem sich der ,Eiserne Vorhang" zu heben begann. |
| 1989 | Im November konnte die neugefertigte Bronzestatue des "Annchen von Tharau " nach Memel gebracht werden. Spenden der Memelländer (Ännchen-von Tharau-Verein) hatten es ermöglicht. Die noch sowj. Stadtverwaltung hatte den Theaterplatz und den Simon-Dach-Brunnen wiederhergestellt. Es fand eine feierliche Enthüllung statt. |
| 1991 | Die entgültige Wende auch für Litauen,das wie alle baltischen Staaten seine Selbstständigkeit erhält. |
| Folgejahre | Memelländer und viele weitere Organisationen unterstützen die Bewohner des Memellandes (heute: Klaipedos krastas) durch Hilfslieferungen der verschiedensten Art. Es wird geschätzt, daß im gesamten Gebiet des Memellandes noch 6000 bis 8000 deutschstämmige Personen leben. |
| 1992 | Das litauische Minderheitengesetz erlaubte nicht nur die Gründung des Vereins der Deutschen in Klaipeda/Memel und den Verein Heide in Silut/Heydekrug, auch wurde am 01. September 1992 die Hermann-Sudermann-Internatsschule Klaipeda/Memel als staatliche Schule gegründet. In ihr werden nur deutschstämmige Kinder aufgenommen. Aus dem Anfang mit 92 Schülern ist es bis 2004 eine Schule geworden, die bis zum Abitur führt und von knapp 500 Schülern besucht wird. |
| 1999 | Die Zeitung der Memelländer, das "Memeler Dampfboot", kann sein 150jähriges Jubiläum im ehemaligen Dampfboothaus in der Stadt Klaipeda/Memel feiern. |
| 2002 | Memelländer und die heutigen litauischen Bewohner feiern gemeinsam das 750jährige Stadtjubiläum. |
| 2004 | Beitritt zur Europäischen Union. |