In der nur dünn besiedelten Region um die spätere Stadt Memel, bis etwa zum heutigen Heydekrug lebten ursprünglich livländische und kurische Stämme. Südlich davon befand sich das Siedlungsgebiet der Prußen. Östlich der Kuren und Schalauer waren litauische Stämme seßhaft. Diese Landschaften zu beiden Seiten der unteren Memel waren dann später der nordöstlichste Zipfel des Deutschen Reiches, ein Teil Ostpreußens.
Zu Beginn des 13. Jahrhunderts begann der Schwertbrüderorden mit der Eroberung von Livland. Erst drei Jahrzehnte später erschien der Deutsche Orden. Er begann seine Eroberung im späteren Westpreußen, im Kulmer Land, und eroberte bis 1283 das nur dünn besiedelte Prußenland bis zur Memel. Anfangs war ein gemeinsames abgestimmtes Vorgehen beider Orden wohl nicht geplant, doch ist es verständlich, daß beide schließlich eine Verbindung zwischen dem livländischen Gebiet und dem in Eroberung befindlichen Prußenland herstellen wollten. Der livländische Ordenszweig errichtete daher 1252 mitten in der Wildnis eine hölzerne Burg als Brücke zwischen den beiden Ordensländern. Die Burg stand am Haffufer, etwa am heutigen Festungsgraben, wo der Fluß Dange in mehreren Armen einmündete. Das Haff wurde als breite Mündung des Memelstromes angesehen und so nannte man die Burg "Mummelburgk".
Bereits 1253 wurde die Holzburg durch eine Steinburg ersetzt, die man wegen des schlechten Untergrundes etwas weiter landeinwärts setzte. In der Nähe der Burg entstand eine Siedlung, die "Memel" genannt wurde. Diese Siedlung bekam als Stadt im Jahre 1257 lübisches, später kulmisches Recht. Ebenfalls 1253 bestimmte der Bischof von Kurland und der Orden die Grenzen des Memeler Stadtgebietes. Nach der Unterwerfung der Schalauer konnte über einen schmalen Küstenstreifen eine Landverbindung zwischen dem nördlichen und südlichen Ordensgebiet hergestellt werden. In den Folgejahren kam es immer wieder zu Angriffen. So belagerten die Samen 1255 die Burg erfolglos, und 1323 eroberte der litauische Fürst Gedmin die Stadt Memel, konnte aber die Burg nicht überwinden.
Im Jahre 1328 trat der Schwertbrüderorden die Stadt Memel samt Burg und umliegenden Ländereien an den Deutschen Orden ab. Es erfolgte nun auch hier eine neue Siedlungstätigkeit. Da aber nur wenige deutsche Bauern in das entlegene Gebiet kamen, wurden Kuren herangezogen und germanisiert. Die wenigen Litauer, die im 13. und 14. Jahrhundert einwanderten, waren Flüchtlinge, die wegen ihres Übertritts zum christlichen Glauben aus dem damals noch heidnischen Litauen vertrieben wurden.
Stadt und Burg wurden 1379 durch litauische Stämme zerstört. Der Deutsche Orden verlor 1410 gegen eine Übermacht der seit 1386 vereinigten Polen und Litauer die Schlacht bei Tannenberg, nach einem weiteren Krieg wurde im Jahr 1422 der Frieden am Melno-See geschlossen. In diesem Friedensvertrag wurde die nördliche und östliche Grenze des Ordensstaates festgelegt, wie sie fortan bis zum Jahre 1919 Bestand hatte. 1459 eroberten wiederholt Polen, Litauer und auch Szameiten Memel, während gleichzeitig Danziger die Küste blockierten. Vereinigte Königsberger, Danziger und Elbinger plünderten 1464 die Stadt, nicht jedoch die Burg, von der Seeseite her.
Nach der Säkularisierung des Ordensstaates wurden die Hauptämter Memel, Tilsit und Ragnit eingerichtet, wobei die Stadt Memel zum Regierungsbezirk Königsberg gehörte. 1626, im schwedisch-polnischen Krieg wurde Memel Garnison des preußischen Herzogs, der als polnischer Lehnsmann gegen die Schweden kämpfen mußte. 1629 wurden die Stadt und nunmehrige Zitadelle, vormals als Burg bezeichnet, auf sechs Jahre den Schweden überantwortet. In Europa wütete zu dieser Zeit der Dreißigjährige Krieg. Im Nordischen Krieg 1678 griffen die Schweden Memel erneut an. Die Stadt wurde eingeäschert, die Zitadelle konnte sich behaupten. Im Siebenjährigen Krieg (1757) wurde die Festung Memel nach mutiger Gegenwehr von den Russen erobert und erst 1762 wieder preußisch.
Anschließend büßte die Burg mehr und mehr ihre strategische Bedeutung ein und verfiel zusehends. 1821 waren noch zwei der fünf Türme erhalten, am Ende des 19. Jahrhunderts wurden die letzen Mauerreste abgerissen, zumal man im Jahre 1865 mit dem Bau einer neuen Festung in Süderspitze auf der schräg gegenüberliegenden
Kurischen Nehrung begonnen hatte.
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Modell der Memelburg - so wird die Burg und das Areal um die Burg - nach dem Wiederaufbau aussehen. |
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